Blog

Löffelschnitzen unter Hexen, Kobolden und Schafen

Die Convention fand in historischem Ambiente auf Burg Ludwigstein, einem Zentrum der Jugendbewegung, statt.

Die Convention fand in historischem Ambiente auf Burg Ludwigstein, einem Zentrum der Jugendbewegung, statt.                   Foto: A. Holz

 

Mein Löffelschnitzworkshop fand auf der Scheibenwelt-Convention inmitten von Schafen, Hexen und VertreterInnen des Kleinen Volkes statt. Die Scheibenwelt ist ein Planet im Multiversum aus den Romanen von Terry Pratchett, und weist erstaunliche Parallelen zur Erde auf. Allerdings hat sich dort der Kapitalismus noch stärker durchgesetzt, so dass auch Trolle, Zwerge, Golems, Kobolde und viele weitere Wesen in den Arbeitsmarkt integriert sind. Zumindest in den Metropolen.

Mit einem unglaublich treffenden Humor nimmt Terry Pratchett die gesellschaftlichen Verhältnisse aufs Korn und beschreibt menschliche Schwächen und Stärken schonungslos genau und liebevoll. Seine Bücher wimmeln von starken Frauenfiguren.

 

Mir persönlich gefallen die Bücher über die junge Schäferstochter und Hexe Tiffany Weh besonders (Kleine Freie Männer, Ein Hut voller Sterne, Der Winterschmied, Das Mitternachtskleid und Die Krone des Schäfers).

Angekommen in der Scheibenwelt

Angekommen in der Scheibenwelt     Foto: A.Holz

Die Geschichten über Tiffany Weh sind als Jugendromane angelegt, enthalten aber genug Spannung, Witz und Wahrheit, um Lesende bis ins hohe Alter anzusprechen.

Sie werden auch „Scheibenwelt Märchen“ genannt, weil sie viele Elemente aus Märchen, Bräuchen, Sagen und Überlieferungen der grünen Inseln enthalten.

 

Viele reisten mit dem Besen an ... Foto: A. Holz

Viele reisten mit dem Besen an … Foto: A. Holz

Nachdem Tiffany Weh und ihre Heimat (das Kreideland) im Zentrum der diesjährigen Scheibenwelt-Con stand, beschloss ich, hinzugehen.

Die Convention fand auf einer Burg statt, die eine schöne Kulisse für die Wesen aus der Scheibenwelt bot, in die sich viele der BesucherInnen für die Zeit der Convention verwandelt hatten.

 

Vertieft ins Schnitzen Foto: A. Holz

Vertieft ins Schnitzen Foto: A. Holz

Das Organisationsteam hatte die Burg thematisch passend mit zahllosen Schafen, Hexenbesen, -hüten und -werkzeugen, Spuren von Kobolden und mit Heilkräutern dekoriert. Auch den Speiseplan richtete sich nach dem Thema mit Gerichten wie Yorkshire Pudding und Irish Stew.

 

Für meinen Workshop entzündete eine der Organisatorinnen voller Begeisterung ein riesiges Feuer, damit wir auch genug glühende Kohlen zur Verfügung hätten, um die Löffel auszubrennen.

Die Löffel wurden mit glühenden Kohlen ausgebrannt. Eine Aufgabe, die Konzentration & langen Atem erforderte.

Die Löffel wurden mit glühenden Kohlen ausgebrannt. Eine Aufgabe, die Konzentration & langen Atem erforderte.

 

Da der Tag verhangen und kühl war, waren wir doppelt dankbar dafür. Die Teilnehmenden waren während des Workshops ganz versunken ins Schnitzen. Im Kreis um das Feuer breitete sich eine angenehme Ruhe aus, obwohl nicht weit entfernt in einem anderen Workshop mit Hirtenstäben gekämpft wurde. Meine Assistentin Ajana widmete sich hingebungsvoll der Kinderbetreuung, was von Kind und Mutter begeistert aufgenommen wurde. Am Ende des Nachmittags waren 11 Löffel in ganz verschiedenen Ausführungen entstanden, jeder mit seinem eigenen Charme. So konnte das Irish Stew zum Abendessen gleich stilecht mit dem eigenen Löffel verzehrt werden.

Jeder Löffel hat seinen eigenen Charme!

Jeder Löffel hat seinen eigenen Charme!

Welche noch weitere Fotos sehen wollen, folgen diesem Link zur Seite der Scheibenwelt-Convention.

Wenn Du Dir eines der erwähnten Bücher kaufen willst: leiste einen Beitrag dazu, dass die Oasen feministischer Kultur weiter den Supermächten der Quasi-Monopolisten trotzen können, und bestelle sie beim Frauenbuchladen Deiner Wahl (ganz unten bei den Links)! Eine andere Welt ist möglich!

Die Geister des Waldes

Vorgestern war der Feiertag der Betrunken in kleinen Wägelchen durch Wald&Flur fahrenden Männer. Im Wald fand ich einige ihrer Hinterlassenschaften. Vier der sieben Schnapsflaschen waren noch voll. Ich sammelte sie samt Verpackungsmüll ein, um sie im Dorf wegzuwerfen.

Dann kam mir in den Sinn: vier Flaschen Schnaps! Die Geister werden sich freuen! Ich entschied mich für ein Dankgebet an die Geister des Waldes, und verließ den Weg. Ich legte die Schnapsflaschen in die 4 Himmelsrichtungen und baute einen Kreis aus Blättern und Zapfen. Eine Feder fiel mir in die Hände und stellte sich in die Mitte. Nebenbei nahm ich an der örtlichen Blutspendeaktion teil und trug so mein Scherflein zum Fortbestehen der heimischen Wildtiere, namentlich Mücken und alle, die gerne Mücken fressen, bei.

Dankgebet für die Geister des Waldes

Dankgebet für die Geister des Waldes

Eigentlich war ich selber hungrig gewesen und schon auf dem Heimweg. Doch das war vergessen. Hier noch etwas zurechtrücken, da noch etwas dazulegen… Fertig! Ich vergoss den Pflaumenschnaps in alle vier Windinnen, mit einem Dank an die Geister des Waldes für all die Schönheit, mit der sich mich jedes mal beschenken.

Bring es zurück in den großen Kreis!… das ist Re-Cyclying 🙂

Zurück im Dorf durften die heiligen Schnapsflaschen dann auf materieller Ebene in den Großen Kreislauf eingehen und landeten im Glascontainer bei ihren KollegInnnen.

26.5.17 – Schwanz ab?

"Keine falsche Bewegung" - mit dieser Taktik versuchte das Vogelkind im "Krabbelalter" unsichtbar zu bleiben.

„Keine falsche Bewegung“ – mit dieser Taktik versuchte das Vogelkind im „Krabbelalter“ unsichtbar zu bleiben.

Auf meiner Runde durch den Wald begegnete ich heute direkt am Forstweg einem Jungvogel, der alles auf die Taktik „wenn ich mich nicht rühre bin ich nicht da“ setzte, und mir damit die Gelegenheit gab, ein Portrait von ihm anzufertigen. Im Hintergrund beschimpfte mich ein Elternteil. Ich war fasziniert vom Vögelchen und freute mich, dass ich es so lange betrachten konnte. Dabei fiel mir auf, dass es so gut wie keinen Schwanz hatte. Es sah eigentlich so aus, als müsste es Schwierigkeiten haben, das Gleichgewicht zu halten, weil hinten etwas fehlte. Und die Beinhaltung war eher Känguru als Vogel. Da ich dem Piepmatz und seinen Eltern nicht ewig Stress machen wollte, ging ich meiner Wege, weiter sinnend, was es mit dem Stummelschwänzchen auf sich haben mochte.

Drosselkind von hinten.

Hier sticht das Fehlen der Schwanzfedern besonders ins Auge.

Ob es vielleicht abgebissen worden war? Und was für ein Vogel war es? Das Federkleid erinnerte mich an Drossel. Auch der Altvogel, den ich einmal kurz von Ferne gesehen hatte, könnte von Grüße und Gestalt her eine Drossel gewesen sein. Zuhause schlug ich gleich im Vogelbuch nach, der Drosselverdacht erhärtete sich, aber es gab keine Bilder von Jungvögeln. Also befragte ich das Internet. Danach war ich sicher, daß es eine kleine Drossel war, vielleicht eine Misteldrossel. Es muss einer ihrer ersten Tage außerhalb des Nestes gewesen sein, so kurz wie die Schwanzfedern waren. Die Schwanzfedern und Handschwingen wachsen nämlich nach dem Verlassen des Nestes und den ersten Flugversuchen erst zur vollen Größe heran.

Walpurgis: Wilde Weiber Küche

Zu Walpurgis waren die wilden Weiber im Wald unterwegs, haben sich an Waldmeisterinnentee berauscht, wilde Pflanzen

Die Zutaten werden gesammelt

Die Zutaten werden gesammelt

gesammelt, die Magie des Feuers gefeiert, wunderbare Speisen bereitet und genossen, ja sind gar selber zu Waldmeisterinnen geworden!

Wir feierten die grüne Kraft des Frühlings in ihrer Fülle und ihrem Überschwang bei strahlendem Himmel mit 8 wilden Speisen.

Mittags suchten wir sogar den Schatten

Mittags suchten wir sogar den Schatten

Doch zuallererst erlebten wir voller Staunen und Spannung den Zauber des Entzündens: Ruth hatte ihre Feuerbohrerin dabei, und entlockte dem Fichtennholz schon bald eine kleine Rauchsäule. Doch bis sie genug „Zündstoff“ gebohrt hatte, mussten wir noch ein wenig mitfiebern. Schließlich lud Ruth ein Mädchen ein, beim Bohren zu helfen, und mit vereinten

Feuer fasziniert immer wieder...

Ein lustiges Feuer brennt in der Holzkocherin…

Kräften und jubelnden Zurufen bekamen sie die nötige Menge zusammen. Das schwarze, heiße Pulver wurde in ein Nest gebettet, dessen Herz aus flauschigen Pappelsamen bestand. Es brauchte weiterhin Geduld, denn der Funke wollte in seinem weichen Bettchen erst noch gewiegt und besungen werden. Dort knisterte er hin und wieder sanft. Dann gab er uns Rauchzeichen, lud zu sanftem Pusten ein und erblühte kurz darauf zur fröhlichen Flamme. Das Nest wurde in die Feuerstelle gelegt, mit Zweiglein und Zweigen gefüttert und das Feuer war in wenigen Minuten schon in vollem Gange! Wow!

GebrateneLöwinKnospen

Gebratene Löwinzahnknospen

Nun gab es erst einmal die Vorspeise: Lindenblättersalat und Löwinzahnbutterbrote. Als nächstes erkundeten wir drei Holzkocherinnen-Typen und kochten damit Waldmeisterinnentee, gebratene Löwinzahnknospen und ein nahrhaftes Giersch-Hirsotto. Die Kochplätze ließen wir nach der Mahlzeit gleich wieder so gründlich verschwinden, dass wir selber nicht mehr sahen, wo die Kocherinnen gerade noch gestanden hatten.

In der dritten Phase garten wir über der Glut der großen Feuer-

Der Maultaschentrick!

Der Maultaschentrick!

stelle noch Feta mit Wilkräutern im Huflattichtäschchen, Tofu-Gemüse-Spieße und Teigtaschen mit Apfel-Mädesüß-Füllung. Für die Apfeltaschen bekamen wir von Elke den tollen Tipp, den Teigrand mit Hilfe der Gabel zu verschließen, was nicht nur besser hält, sondern auch noch hübsch aussieht. Ich sage nur: Maultaschen werden wild!

Am Ende des Seminars kehrten alle satt, glücklich, an Leib und Seele gestärkt ins Dorf zurück.

Unaufhaltsam: Frühling

Die Kirschblüte ist jedes Jahr eine große und schnelle Freude

Ein schnelles Vergnügen: die Kirschblüte!

Jedes Jahr wieder: der Frühling kommt. Im gestreckten Galopp. Ich bestaune gerade noch ungläubig die Schneeglöckchen und schon geht’s los! Ich fühle mich überrumpelt von der Geschwindigkeit und Fülle, mit der die Frühlingsbotinnen allerorts hervorquellen. Der Winter sitzt mir noch in den Gliedern, ich bin zu schwerfällig, um mithalten zu können und mich über all die Wunderwerke gebührend zu freuen (eigentlich würde ich für jede neu erscheinenden Wildpflanzenköstlichkeit eine eigene Party ausrichten wollen), bevor sie schon wieder von

Wiesenschaumkraut so weit das Auge reicht

Wiesenschaumkraut so weit das Auge reicht

den nächsten abgelöst werden. Dieses Jahr habe ich zum Beispiel noch gar nichts mit Huflattichblüten gekocht und jetzt sind sie wahrscheinlich schon wieder vorbei! Wenigstens habe ich einige Male welche so direkt vom Wegesrand gegessen… Dafür habe ich das Wiesenschaumkraut tatsächlich schon mehrmals auf dem Tisch gehabt, in Grüner Soße und in Kräuterquark. Nach meinem Gefühl überschäumte es viel früher als sonst die Wiesen, und das auch noch in großer Fülle, so dass ich mich ihm nicht entziehen konnte. Auch wilden Feldsalat habe ich schon einmal gegessen,

Einige FeldsalatPflänzchen waren auch schon etwas größer und ergaben einen schönen Salat!

Einige FeldsalatPflänzchen waren auch schon etwas größer und ergaben einen schönen Salat!

aber nur einmal! Und nun war ich – weil eine Woche verreist – schon eine Weile nicht am Feldsalat-Platz und weiß nicht, was er inzwischen macht. Vielleicht blüht er schon wie verrückt oder ist sogar noch weiter, weil es so trocken ist? Die Trockenheit könnte auch der Grund sein, dass er dieses Jahr an einer Stelle fast zum Bodendecker mutiert ist: unglaubliche viele Pflänzchen, dicht an dicht auf der Wiese, aber winzig, so dass ich sie auf den ersten Blick fast übersehene hätte,

Mit den Schneeglöckchen fing alles an...

Mit den Schneeglöckchen fing alles an…

obwohl ich doch weiß, dass dort eine Feldsalat-Stelle ist! Nun wurde die Trockenheit in den letzten Tagen unterbrochen durch Schneefall. Gut geeignet mein überrumpeltes Gemüt noch weiter zu verwirren. Andererseits auch nicht schlecht, um mal kurz Luft zu holen, bevor es weitergeht mit dem Wilden Tanz der Grünen Kraft und ich nach einem Wimpernschlag schon vor den ersten Erdbeeren stehe!

 

Vogelsprache

Anfang April war ich beim Seminar „Erweiterte Vogelsprache“ von Ralph Müller. Mein erstes Wochenende ganz im Freien dieses Jahr. Juchuu! Das Wetter war strahlend, der Platz der Wildnisschule draußenzeit ist schön gelegen an einem alten Buchenwäldchen, wo sich eine Vielzahl von Tieren tummelt.

Das junge Waldkäuzchen auf der jungen Buche.

Das junge Waldkäuzchen, farblich Ton in Ton mit der jungen Buche.

(Akustisch prominent darunter das Tröten der Fasane.) Das Vogelvolk machte uns ein ganz besonderes Geschenk: ganz in der Nähe des Platzes saßen drei junge Waldkäuze in den Bäumen, die im Laufe der Tage viel Besuch und Bewunderung bekamen. Auch ich war zweimal bei ihnen und war ganz verzaubert von ihrem Anblick, konnte es kaum glauben, dass ich diese großen schönen Vögel der Nacht am hellen Tag und so nahe sehen durfte!

Besonders geschätzt habe ich Ralphs Art, das Seminar zu gestalten: wenn er Geschichten von seinen Erlebnissen mit den Vögeln erzählt, vermittelt sich die Begeisterung und Verbindung zu den Gefiederten ganz direkt. Ich kann mir dann vieles merken, was mir als reine Sachinformation schnell wieder entfallen wäre. Die Zeiten alleine in der Natur, das Lauschen und Schauen und selber Herausfinden bringen mich nochmal auf einer anderen Ebene in Verbindung mit mir und mit den Vögeln. Die Zeiten der Vogelbeobachtung mit der Gruppe bieten tolle Gelegenheiten Wissen zu vernetzen und voneinander zu lernen. Und dann gab es noch diese Aufgabe mit dem Ei, bei der alle mit eigenen Themen „rumeiern“ konnten, die Platz bot für Humor, Selbsterkenntnis, Ehrfurcht, Pragmatismus,…. Ich bin dankbar, mit Ralph

Federkunde: Wie erkenne ich, wo am Vogel die Feder hingehört?

Federkunde: Wie erkenne ich, wo am Vogel die Feder hingehört?

jemandem begegnet zu sein, der eine so stimmige Verbindung verschiedener Aspekte lebt und lehrt: die Ornithologie, das traditionelle Wissen indigener Völker, der eigene Weg durchs Leben, tiefe Naturverbindung und die spirituelle Ebene haben alle ihren Platz und werden im Seminar zu einem Ganzen verknüpft. Dann gab es noch die schönen Stunden mit Liedern am Lagerfeuer und die inspirierenden Gespräche mit anderen NaturfreundInnen aus allen Ecken Deutschlands. Reich beschenkt saß ich am Sonntag dann im Zug, viele berührende Begegnungen und Gespräche mit Vögeln, Kleinsäugern, Menschenwesen, Pflanzen und mir selbst im Herzen.

Welche neugierig sind: das Buch von Ralph Müller „Die geheime Sprache der Vögel. Den Vögeln lauschen, sich berühren lassen und von ihnen lernen.“ ermöglicht es mit Geschichten, Übungen und Informationen auch zuhause in diese Welt einzutauchen.

Schaut fast aus wie ein Hobo

Esbit-Kocher kurz vor dem Start

Esbit-Kocher: der weiße Würfel ist der Brennstoff.

Neulich habe ich mal wieder mit dem Esbit-Kocher „gekocht“. In diesem Fall, weil ich keinen Rauch wollte. Sieht fast aus wie ein Hobo. Viele Hobos können auch mit Esbit betrieben werden. Esbit ist ein Brennstoff in Tablettenform. Anders als Spiritus und Butangas hat Esbit kein Problem mit Minusgraden, und kann auch nicht auslaufen. Ich finde es praktisch als Back-Up für den

Die Isomatte als Windschutz + Reflektor. Tief unten der Topf

Die Isomatte als Windschutz + Reflektor. Tief unten der Topf.

Hobo, wenn es schnell oder noch schneller gehen muss, wenn kein (trockenes) Holz da ist, wenn es nicht rauchen soll. Da die Hitzeleistung von Esbit eher bescheiden ist, verwende ich meine Iso-Matte als Windschutz und Wärme-Reflektor. Steigert die Effizienz deutlich! Und macht die Isomatte zum Multifunktions-Teil 😉 Mit Esbit koche ich allerdings nicht ernsthaft, sondern verwende es zum Aufwärmen von Fertiggerichten oder für alles sonst, was schnell geht, wie z.B. Couscous, Kartoffelbrei, Tütensuppe oder Teewasser. Für mich persönlich ist Esbit allerdings vor allem deswegen praktisch, weil ich in meiner Jugend einige Kisten davon geschenkt bekommen habe. Die ich nun seit Jahrzehnten aufbrauche (habe ich schon erwähnt, dass ich zu Sparsamkeit neige?). Sonst wäre ich möglicherweise nie bei diesem Brennstoff gelandet…

Winter-Wett-Kochen – 22.1.17

Der Holzgas-Kocher mit Stahl-Topf

Der Holzgas-Kocher mit Stahl-Topf: der Auslöser des Wettkampfes!

Letzten Sonntag habe ich mit der Nachbarin ein Wettkochen gemacht. Sie hatte sich kürzlich einen Holzgas-Feststoff-Kocher gekauft. Also einen Kocher, der mit dem „Vulkanofen“ verwandt ist, der hier auf meinem Blog im Herbst schon aufgetaucht ist. Und nun wollte ich das Ding unbedingt in Aktion sehen.

Der Konservenbüchsen-Feststoff-Kocher in Aktion

Der Konservenbüchsen-Feststoff-Kocher: der Urtyp.

Dazu muss gesagt werden, dass derartige Feststoff-Kocher sich seit 2 Jahren zu einer Leidenschaft bei mir entwickelt haben. Die Dinger begegneten mir das erste Mal unter dem Namen „Hobo“. Dieser Name kommt von den Hobos (Hoe-Boys = Jungs mit der Hacke), Wanderarbeitern in Nordamerika, die die Prototypen dieser Kochvorrichtung erfunden haben. Diese ersten Hobos waren aus Büchsen gefertigt. Und auch ich baute mir meinen ersten Hobo nach einer Anleitung auf Youtube aus einer Konservendose. (Der Bau wurde nur durch die Tatsache verzögert, dass ich erst jemand finden musste, der den Inhalt der Dose – es waren Birnen – für mich aufaß. Mein aktuelles Nahrungs-Spektrum umfasst nämlich leider nur kleine Dosen – die Sorte 400g Tomatenstücke.) Mit meinem Büchsenkocher übte ich ein Jahr lang. Das Kochen war jedes Mal sehr aufregend.

Niederwerfung vor dem Büchsen-Hobo

Niederwerfung vor dem Büchsen-Hobo

Und sollte ich vorher Hunger gehabt haben, vergaß ich das, sobald der Hobo ausgepackt war. Denn er verlangte meine ganze Aufmerksamkeit. Ich warf mich vor ihm auf den Boden, fütterte ihn ohne Unterlass und pustete kräftig, wenn ich nicht gerade das Glück hatte, daß eine optimale Brise wehte (also nicht zu wenig und nicht zu viel Wind…). Das Wunder war, dass ich fast keine Zeit zum Holz sammeln brauchte, denn er kam mit einer Handvoll zurecht. Diese musste allerdings in mundgerechte Stücke zerkleinert werden, und wie gesagt beim Verbrennen aufwendig betreut. Trotzdem begeisterte mich mein Konservenbüchsenkocher, denn es war dank Kamineffekt und feuchtigkeitsgeschützter Umgebung viel leichter, ein Feuer darin zu entzünden als an einer üblichen Feuerstelle. Und er kam wie gesagt mit winzigen Holzmengen aus, war also mega-effektiv, verbrannte das Holz auch fast vollständig (keine Kohle-Restenach dem Kochen) und ermöglichte ein Kochen ohne Brandspuren zu

Der Vulkan-Ofen mit Stahl-Kessel

Der Vulkan-Ofen mit Stahl-Kessel

hinterlassen.

Nun war ja inzwischen der Vulkan-Ofen in mein Leben getreten und diesen wollte ich gegen den Holzgas-Ofen ins Rennen schicken. Außerdem hatte sich auch noch der Pico-Grill dazugesellt, welchen ich mir als leichten, kleinen Wander-Kocher zugelegt hatte.

 

Die Wettkampf-Aufstellung:

Teilnehmerinnen: Vulkan + Vulkankessel, Pico + Alutopf, Holzgas + Edelstahltopf.

Aufgabe: 0,75l Wasser zum Kochen bringen

Wetter: es schneit in großen Flocken, Temperatur ca. – 5 Grad Celsius, leichter Wind

Brennmaterial: trockene Holzstückchen aus dem Brennholzschuppen der Nachbarin

Der Pico-Grill mit Alu-Topf

Der Pico-Grill mit Alu-Topf

Der Schneefall gab unserem Wettkampf von vornherein den abenteuerlichen Geschmack, auch wenn er im Garten stattfand und ich den Untergrund für die Kocher vorher mit der Schneeschippe freigeschaufelt hatte. Es sammelte sich schon während der Vorbereitung der Kocher ordentlich Schnee in den Brennkammern und auf dem Holz, so dass trotz trockenem Holz aus dem Schuppen eine gehörige Portion Feuchtigkeit mit ins Spiel kam und das Anzünden und am Laufen halten des Feuers erschwerte. Es stellte sich auch heraus, dass mein Ansinnen gleich mit 2 Kochern an den Start zu gehen und diese gleichzeitig zu versorgen etwas sehr ehrgeizig gewesen war. Auch wenn der Vulkan ein sehr selbstständiger Kocher ist, konnte er mich in den ersten Minuten so fesseln, dass es dem Pico in der Zwischenzeit gelang, auszugehen. Der Holzgaskocher kam auch nicht so richtig in die Gänge, und es war erst einmal nicht klar, ob es daran lag, dass die Nachbarin zum ersten Mal damit kochte, und nicht wie ich seit 2 Jahren geübt hatte.

Kaffeduft lockte die Nachbarinnen in den Garten und das Wett-Kochen wurde zum gemeinsamen Winter-Spass!

Kaffeduft lockte die Nachbarinnen in den Garten und das Wett-Kochen wurde zum gemeinsamen Winter-Spass!

Es dauerte garnicht lange, da hörte es auf zu schneien, das Wasser im Vulkan kochte und die Frauen aus dem Dorf wurden angelockt und versammelten sich um den Versuchsaufbau und schlürften Kaffe mit dem Wasser aus dem Vulkan-Ofen, auf den wir gleich einen zweiten Dreiviertel-Liter aufsetzten. Eine der Nachbarinnen fragte kritisch nach dem Aufbau des Holzgaskochers und es stellte sich tatsächlich heraus, daß er falsch zusammengesteckt worden war. Nach der korrektur seines Aufbaus bekam er noch eine Chance: Ich schüttete die Glut aus dem Vulkanofen in seine Brennkammer um ihm gleich eine gute Grundlage mitzugeben. Weiteres Holz wurde eingefüllt und siehe da, nun brannte er besser und es erschienen sogar einige der Holzgasflammen, wie sie in den Bescreibungen solcher Modelle genannt werden. Das Prinzip dieser Öfen ist nämlich, dass sie nicht nur ganz normal das Holz verbrennen, sondern zusätzlich die Gase, die bei der Verbrennung entstehen, eingesammelt werden und durch Löcher unter dem Topf wieder entlassen werden, wo sie einen Flammenring bilden, ähnlich wie bei einem Gaskocher. Dadurch wird ein noch größerer Prozentsatz der im Holz gespeicherten Energie verwertet. Klingt genial!

Hier ist bei genauem Hinsehen immerhin ein Halbring aus Holzgasflammen zu sehen...

Hier ist bei genauem Hinsehen immerhin ein Halbring aus Holzgasflammen zu sehen…

Leider konnten wir den Flammenring nur kurz bewundern. Und da der Holzgaskocher von der Bauart her keinen Einblick in seine Brennkammer gewährt, waren wir uns unsicher, ob wir nun einfach Holz von oben nachwerfen sollten oder ob dies den Brennvorgang behindern würde, wie es schon bei vorherigen Versuchen geschehen zu sein schien. Im Endeffekt gelang es uns trotz einigem Herumprobierens nicht, das Wasser zum Kochen zu bringen. Einigermassen heiß war es immerhin. Aber nicht mehr.

Juchuu! Der Holzgaskocher produziert nun Flammen statt Rauch! Er ist nun auch richtig aufgebaut...

Juchuu! Der Holzgaskocher produziert nun Flammen statt Rauch! Er ist nun auch richtig aufgebaut… Erkennst Du den Unterschied zum ersten Bild?

Ich erinnerte mich, einmal einen Erfahrungsbericht über einen Holzgaskocher gelesen zu haben, in dem erwähnt war, dass er eine spezielle Ernährung bevorzuge – also dass es wichtig sei, ihn auf die richtige Art zu füttern. Unsere Schlussfolgerung war, dass erst weitere Erfahrungen mit dem Holzgaskocher gesammelt werden müssten, bevor sein Platz in der Rangliste bestimmt werden könnte. Bedauerlicherweise hatte sich die Nachbarin auch ein No-Name-Modell gekauft, welchem keinerlei Anleitung beilag – weder zum Aufbau noch zum Betrieb. Da muss jetzt also Recherche und eigene Erfahrung her…

Hier noch einmal ein Überblick über den Ausgang des Wettkampfs:

Wettkampf-Ergebnis:

Wasser im Vulkan kocht nach 7 Minuten

Wasser auf dem Pico kocht nach 12 Minuten

Wasser auf dem Holzgaskocher kocht auch nach 40 Minuten noch nicht

Und vor allem: Ein super Winter-Spass mit den Nachbarinnen!

Um einen besseren Überblick zu gewähren, werde ich demnächst eine Vergleichstabelle zu den verschiedenen Hobo-Kocher Modellen zusammenstellen und noch einmal ausführlich Vor- und Nachteile und Einsatzgebiete besprechen.

 

Apfelsorbet – 6.1.17

Morgenröte am Perchtentag

Morgenröte am Perchtentag

Am letzten Tag der Raunächte sei das Wetter oft klar, sagt die Überlieferung.

Heute morgen kann ich das nur bestätigen. Es ist deutlich kälter geworden, der Himmel ist klar, der Wolkenvorhang hat sich verzogen und eine zarte Morgenröte steigt über den Horizont hinter der Streuobstwiese.

10 Minuten später ist es schon eher Morgengelb...

10 Minuten später bin ich im Wald und der Himmel ist morgengelb…

Ich freue mich über das himmlische Farbenspiel. Der Schnee bedeckt seit einigen Tagen die Landschaft. Heute ist er sehr pulverig und hat das entsprechende Knirschen. Unter einem Apfelbaum liegt ein einzelner Apfel. Sicher gefroren. Der Baum hat ihn wohl noch lange am Ast behalten und erst kürzlich losgelassen, denn er ist nicht schneebedeckt.

Apfelsorbet - eine allseits beliebte Delikatesse im Winter...

Apfelsorbet – eine allseits beliebte Delikatesse im Winter…

Dieses „Apfelsorbet“ scheint auf viele Vögel und auch ein paar andere Tiere eine magnetische Wirkung zu haben. Es befindet sich im Zentrum eines Sterns aus zahlreichen Spuren. Die Landschaft spricht durch die Schneedecke von den Wegen der Lebewesen. Zu Hause gehe ich die im Keller eingelagerten Äpfel durch. Einige Angefaulte sortiere ich aus und lege sie im Garten ebenso auf die weiße Tischdecke, wie es der Apfelbaum getan hat. Für die Vögel. Später sehe ich, dass die Gefiederten auch hier am Sorbet Gefallen finden. Mir kommt es so vor, als würden sie den Apfel mit der größten faulen Stelle bevorzugen. Vielleicht weil das faule Fruchtfleisch weicher ist? Ich werde das noch genauer beobachten.

Raunächtliche Genüsse – 27.12.16

Die Raunächte haben begonnen (25.12. – 6.1.), jene 12 Tage und Nächte „zwischen den Jahren“, die das Mondjahr mit dem Sonnenjahr in Einklang bringen. Ich feiere diese „geschenkte Zeit“ gerne mit mir selber, indem ich Dinge tue, die mir Freude machen und die sonst oft zu kurz kommen. Zum Beispiel Schreiben, Lesen, Jahresrückblick, Wünsche fürs nächste Jahr, leckere Speisen, Draussen-Zeit, Handarbeiten und Werken, … Das ist meine persönliche Variante der alten Tradition zu folgen, in dieser Zeit die Arbeit ruhen zu lassen. Nachdem mir die Himmel gestern einen sehr trüben Tag beschert haben, drängte sich mir die Lebküchnerei als sprudelnder Quell der Freude und Gemütlichkeit auf. Die erste Staffel der diesjährigen Lebkuchen hatte ich bereits verspeist und so verbrachte ich einige Stunden mit der Herstellung dieser Kostbarkeiten für die zweite Hälfte des Winters.

Die Elisenlebkuchen nach dem Trocknen und vor dem Backen.

Die Elisenlebkuchen nach dem Trocknen und vor dem Backen.

Ich finde, dieses Gebäck ist sehr ähnlich wie Fruchtschnitten, nur noch leckerer, weil sie mehr Nüsse enthalten (Fruchtschnitten sind mir oft zu süß). Auf jeden Fall kleine Kraftpakete, die mir Energie spenden wenn ich mich draussen in der Kälte herumgetrieben habe! Ich spreche hier von Elisenlebkuchen nach dem von mir abgewandelten zuckerfreien Rezept, das ich gerne teile. (Die Lebkuchen werden übrigens auch von Zucker-Essenden nicht verschmäht, denn sie schmecken nicht so „gesund“ wie sie sind…) Für alle, die kein Zitronat und Orangeat mögen, ist dieses Rezept vielleicht auch interessant 😉 Wenn die Oblaten weggelassen werden und die Lebkuchen auf Backpapier gesetzt werden (evtl. etwas mit gemahlenen Nüssen bestreuen um Ankleben zu verhindern) ist das Rezept auch glutenfrei.

Elisenlebkuchen ohne Zuckerzusatz:

5 Eier

abgeriebene Schale von 2 1/2 Zitrusfrüchten (Zitronen, Orangen, Grapefruit, Mandarinen)

3 EL Zitronensaft

Elisenlebkuchen ohne Zucker spenden Energie und Lebensfreude in der kalten Jahreszeit!

Elisenlebkuchen ohne Zucker spenden Energie (Nüsse, Trockenfrüchte, Eier) und Lebensfreude (Gewürze fürs Gemüt) in der kalten Jahreszeit!

2 TL Zimt

½ TL Nelken

1 Messerspitze Muskat

1 Messerspitze Kardamom

1 kl. Messerspitze Cayenne-Pfeffer

650g gemahlene Mandeln

50g getrocknete Äpfel

50g getrocknete Birnen

Zur Krönung kommt nach dem Backen zuckerfreier Schokoguss oben drauf!

Zur Krönung kommt nach dem Backen zuckerfreier Schokoguss oben drauf!

50g getrocknete Datteln

50g getrocknete Feigen

Oblaten

Schokoguss:

Kokosfett

Kakaopulver

Carobpulver

Anmerkung zu den Zutaten:

Ich trockne oft die Schalen, wenn ich Zitrusfrüchte esse, und habe sie dann für Lebkuchen oder andere Rezepte zum aromatisieren zur Hand. Es funktioniert aber natürlich auch, die Schale von frischen Früchten direkt abzureiben.

Die Äpfel sind aus dem eigenen Garten und auf dem Kachelofen selbst getrocknet, die Birnen von einer Freundin ebenso hergestellt. Ich freue mich immer besonders über diesen „Selbstversorgeranteil“ in meinen Lebkuchen.

Schokoguss: da kann ich leider keine genauen Mengenangaben machen, da ich ihn immer nach Gefühl herstelle und abschmecke. Als Anhaltspunkt: ich schmelze ungefähr 3 – 6 EL Kokosfett in einem Topf mit ca. 2 -4 EL Kakaopulver + 1-2 EL Carobpulver verquirlt.

Die Trockenfrüchte klein schneiden. Die Eier schaumig schlagen. Alle anderen Zutaten hinzufügen. Den Teig ca. 1 cm dick auf Oblaten streichen. Einige Stunden antrocknen lassen.

Ofen auf 150 – 160 Grad vorheizen. Lebkuchen ca. 20 Minuten backen.

Die abgekühlten Lebkuchen mit Schokoglasur bestreichen. Vor dem Verzehr 2-3 Wochen lagern. (Den ersten habe ich schon vor dem Backen gegessen. Er war sehr lecker! Ich vermute, dass in meinem Haushalt weniger als 60% der Lebkuchen ihre Blützezeit nach 2 Wochen Lagerung erreichen werden…)

Märchenzeit – 11.12.16

Märchen im Kerzenschein

Märchen im Kerzenschein

Ich war in der Grundschule Rosengarten eingeladen, Märchen für die Schülerinnen und Schüler zu erzählen. Es hat mir wieder viel Freude gemacht mit diesem lebendigen kleinen Völkchen. Und ich bin begeistert, wie gut sie zuhören. Aus der Klasse 3a haben einige Schülerinnen sogar einen Bericht verfasst, in dem das estnische Märchen von den Töchtern von Mutter Frost sehr genau wiedergegeben ist. Bericht und Bilder finden sich auf der Seite der Schule.

Schweigen im Walde – Erkundungsgang voller Herbstschönheiten 9.10.16

Der Sonntag war der Erkundung der Wanderwege für das Schweigen im Walde Ende des Monats gewidmet. Der Tag war kühl und feucht und überraschte mich dennoch stetig mit neuen Herbstschönheiten. Von einigen habe ich Bilder mitgebracht:

Weissdornbeeren

Weissdornbeeren

Die Weißdornbeeren sind dieses Jahr besonders dick und lecker und der Herbstnebel verleiht der Landschaft im Hintergrund einen ganz eigenen Zauber.

 

Ein leckeres Curry wärmt doppelt gut!

Ein leckeres Curry wärmt doppelt gut!

Vom Vulkanofen habe ich ja im letzten Eintrag schon geschwärmt. Natürlich war er auch diesmal mit dabei…. Kaum daß wir Mittagspause machen wollten, fing es aber an zu regnen. Kein Problem für den Vulkanofen, denkt ihr… aber doch irgendwie weniger gemütlich zum Rasten. Wir fanden aber ein geschütztes Plätzchen unter einer Buche, wo wir es uns gemütlich machten. Und so ein heisses Curry schmeckt einfach noch viel besser als sowieso, wenn Du in sicherer Entfernung am Ende der Buchenzweige die Tropfen vom Himmel fallen siehst!

Schopftintlinge

Schopftintlinge

Die Schopftintlinge schienen überall aus dem Boden zu sprießen. Besonders gefielen mir die beiden, die sich schon ihrer Auflösung näherten. Dem größeren tropft schon die Tinte vom Hut, in der sich seine Sporen befinden und der kleinere wurde möglicherweise angebissen….

 

Rothirsch

Rothirsch

Am Ende der Wanderung löste sich dann auch das Rätsel, welches Wesen diese unglaublichen Töne von sich gab, die anfangs klingen wie auf einer Flöte gespielt, dann wie ein quietschendes Scheunentor und zu guter Letzt in einem Urschrei enden. Es war ein Rothirsch!

Nach diesem wunder-vollen Tag freue ich mich noch mehr auf das gemeinsame Schweigen im Walde zu Beginn der dunklen Zeit.

Vulkan-Ofen im Herbstregen – 3.10.2016

Noch bis vor kurzem war es hier bei uns warm und sonnig und vom Wetter her überhaupt nicht herbstlich. Erst seit zwei Tagen ist es kühl und regnerisch und ich habe mich noch nicht daran gewöhnt. Als ich heute frierend in meiner Wohnung saß und dem leichten Regen draußen zusah, dachte ich mir: frieren in der Wohnung ist doch blöd! Ich gehe einfach zum Mittagessen in den Wald! Das ist viel schöner. Also habe ich meinen irischen Vulkanofen eingepackt, meine Isomatte, etwas zu Essen und eine Zeltplane und habe mir einen gemütlichen Nachmittag im Wald gemacht. Ja, es war tatsächlich gemütlich, obwohl es die meiste Zeit leicht geregnet hat! Aber ich hatte ja meinen Unterschlupf unter der Zeltplane, um trocken zu bleiben.

Der Vulkanofen mit dem Wasserkessel darauf - zieht super gut, kocht super schnell!

Der Vulkanofen mit dem Wasserkessel darauf – zieht super gut, kocht super schnell!

Und der Vulkanofen hat mir in gefühlter Sekundenschnelle einen heissen Tee serviert und sich im Anschluss als Herdplatte fürs Mittagessen angeboten. Da habe ich mir eine Linsensuppe gekocht, die etwas länger garen musste. Und zum Nachtisch noch einen Apfel gebraten, den ich auf dem Weg aufgelesen hatte. Es ist so wunderbar, an der frischen Luft zu essen, und noch toller, wenn es Dinge sind, die auf diesem Flecken Erde gewachsen sind! Und um das alles so richtig zu geniessen, ist in der kalten Jahreszeit ein bisschen Wetterschutz sehr hilfreich. Deswegen hier auch ein Bild von meinem Zeltplanen-Unterschlupf. Die Plane ist aus Baumwollstoff und von daher nicht so empfindlich auf Funkenflug wie Kunststoff-Planen.

Der Unterschlupf unter der Plane, mit Vulkanofen davor.

Der Unterschlupf unter der Plane, mit Vulkanofen davor.

Den Vulkanofen habe ich noch nicht lange (ich habe das Modell von Kelly Kettle geschenkt bekommen), aber er hat mich von Anfang an begeistert. Mit dem Wasserkessel obendrauf zieht er supergut. Wenn ich also das Feuer unten anzünde, hat es bis jetzt immer sofort prima gebrannt, ohne dass es weitere Starthilfe brauchte. In dieser Hinsicht ist der Vulkan-Ofen auf jeden Fall meinen beiden anderen kleinen Holz-Öfen (Hobos) für unterwegs überlegen. (Die beiden werde ich sicher auch noch mal hier vorstellen). Wenn das Wasser kocht und ich den Kessel herunternehme habe ich dann schon ein lustiges Feuerchen, auf das ich den Kochaufsatz stelle und auf diesen den Topf, um zu kochen.

Jetzt kocht meine Rote-Linsensuppe auf dem Vulkanofen. Sie brodelt lebhaft - das Ding trägt nicht umsonst den Vulkan im Namen!

Jetzt kocht meine Rote-Linsensuppe auf dem Vulkanofen. Sie brodelt lebhaft – das Ding trägt nicht umsonst den Vulkan im Namen!

Und für den gebratenen Apfel zum Nachtisch habe ich den Kochaufsatz wieder heruntergenommen und den Grillrost draufgelegt. Zu diesem Zeitpunkt war nur noch Glut da, die dann gerade so fürs Apfelbraten gereicht hat. Ich konnte also in Ruhe meine Suppe essen während der Apfel auf dem Grill schmorte. Minuspunkte beim Vulkan-Ofen sind vor allem sein Volumen und Gewicht, falls er auf eine Rucksacktour mit soll. Außerdem braucht es ein bisschen Geschick, um ihn vom Feuer zu heben und einzuschenken. Die Kombination aus dem Bügelhenkel und der Kette ist ein bisschen wacklig in der Handhabung. Da ist möglicherweise die Petromax Feuerkanne, die nach dem gleichen Prinzip funktioniert, im Vorteil – sie hat statt dem Bügelgriff 2 Henkel. Außerdem wartet sie mit 3 Füssen auf, die den Untergrund vor der Hitze schützen. Und mit einer Pfeife, die Bescheid gibt, wenn das Wasser kocht. Ich habe sie aber noch nie in Aktion erlebt.

Und was ist nun das Geheimnis der blitzschnellen Wassererhitzung? Eine geniale Konstruktion: die Kanne hat in der Mitte einen Kamin, durch den nicht nur der Rauch abzieht, sondern auch die Hitze nach oben steigt und so das Wasser nicht nur von unten erhitzt wird, wie bei einem normalen Teekessel, sondern auch entlang der Wände des Kamins. Die Flammen schlagen bisweilen so hoch, dass sie oben aus dem Kamin hervorzüngeln. Die Konstruktion funktioniert auch bei Wind und Regen gut, da das Feuer ja in einem sehr geschützten Raum brennt.

Celebrating Our Roots and Wings – Festival 22. – 25.9.16

Gwendolin beim Übersetzen für die englischsprachigen Referentinnen. Foto: Ute Geuder

Gwendolin beim Übersetzen für die englischsprachigen Referentinnen. Fotografin: Ute Geuder

„Wir feiern unsere Wurzeln und Flügel“ war das Motto des Festivals, das den 20. Geburtstag von „Women and Earth“ feierte. Es war mir eine Ehre und eine große Freude, als Übersetzerin einen kleinen Teil zu diesem großartigen Festival beitragen zu können und die Kommunikation zwischen den englischsprechenden Referentinnen und den 200 TeilnehrInnen zu erleichtern. Eines der großen Geschenke des Festivals war es, dass es die erdverbundenen Stimmen von Frauen aus allen vier Himmelsrichtungen im großen Kreis zusammengebracht hat. Ein anderes wird schon im Motto sichtbar: der Blick auf die Wurzeln und Flügel: auf, die, die vor uns waren und auf die, die nach uns sein werden, auf das, was uns Halt gibt und trägt und auf das, was uns beflügelt. Dieser Blick war immer auch ein Blick über den Horizont der eigenen Lebensspanne, Lebenserfahrung, Lebenswelt hinaus. Und damit auch ein Blick auf die Verbundenheit. Vielen Dank an Susann Belz und das Team von Women and Earth, die dieses Festival möglich gemacht haben!

Fotos vom Festival

Celebrationg Our Roots + Wings Festivalseite

Frauen Im Freien Beutel und Shirts – auf dem Perchtenmarkt oder per Post

Auf dem Wunsch vieler Teilnehmerinnen gibt es das Frauen im Freien-Logo auf „Festivalrucksäcken“, T-Shirts und kuschligen Kapuzen-Pullis. Die Textilien sind bio & fairtrade und wurden in einer kleinen, frauengeführten Siebdruckerei bedruckt. All das und einiges mehr (z.B. extrem leckere vegane Kekse von Chris) gibts an unserem Stand auf dem Perchtenmarkt!

Die Beutel sind super-praktisch als kleiner, leichter Zusatzrucksack auf Reisen!

Die Beutel sind super-praktisch als kleiner, leichter Zusatzrucksack auf Reisen!

Termin: Samstag, 19. November 2016, 11 bis 17 Uhr
Ort: Eltern-Kind-Zentrum, Ludwigstr. 41-43, 70176 Stuttgart
Der Perchtenmarkt ist immer ein Fest aus Farben, Formen und Düften. Künstlerinnen, Handwerkerinnen und Kräuterhexen präsentieren ihre selbstgemachten Kunstwerke und laden zum Staunen und Kaufen ein. Kommt, um Neues zu entdecken, Freundinnen wiederzutreffen, Pläne zu schmieden und gemütlich bei Kaffee und Kuchen zusammen zu sitzen. Der Perchtenmarkt wird von Arkuna veranstaltet: http://arkuna.de/html/index1.htm

Die Pullis gibts in grün & schwarz, die T-Shirts zusätzlich noch in braun.

Die Pullis gibts in grün & schwarz, die T-Shirts zusätzlich noch in braun.

Kannst Du nicht zum Markt kommen? Ich schicke Beutel oder Shirts auch gerne per Post! Einfach mailen und Du bekommst alle nötigen Infos 🙂

Die Pullis gibts in grün & schwarz, die T-Shirts zusätzlich noch in braun. Auf den braunen und schwarzen Shirts ist das Logo Maigrün, wie der Frühling.

Lichterspiele

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich seit einigen Jahren für das Licht in den Morgen- und Abendstunden schwärme? Hier oben auf unserem Hügel gibt es zu Sonnenaufgang und zu Sonnenuntergang oft regelrechte Light-Shows!

Das hier ist echt Fototapete! Ist aber aus k.b.a. - ich schwörs!

Das hier ist echt! Sieht aber aus wie Fototapete 😉

Fast täglich bin ich dankbar, dass ich an so einem schönen Ort wohne, der mich immer wieder mit fantastischen Lichterspielen beschenkt. Ich möchte hier meine Freude darüber und ein paar Bilder mit Euch teilen! Es sind Abend-Bilder aus der Zeit Ende Juni Anfang Juli.

Gelbe Wolken überm Wald

Gelbe Wolken überm Wald

Kornblumen-Abend

Kornblumen-Abend

 

Wolkenhimmel über Sommerwiese

Die Wiesen durften bei uns heuer richtig hoch werden, so dass die Gräser blühten und ich den kindheitsvertrauten Gras-Samen-Sommergeruch schnuppern konnte. Vor ein paar Tagen wurden sie gemäht und jetzt gibts richtig leckeren Heuduft 🙂

WolkenhimmelSommerwiese

Viel Wiese unter viel Wolke

 

Sommer, Sonne, Frauenkraft! – Juni 2016

Bei diesem Seminar kurz vor Sommersonnwend war uns die Sonne hold: nach einem sehr nassen Anreisetag – der Himmel begrüßte die Teilnehmerinnen mit einem kräftigen Gewitterguss, so dass sie gleich zu Beginn hautnah mit den Kräften der Natur in Verbindung waren – kam sie pünktlich für den Solo-Tag heraus und die Frauen hatten bei ihren 24h Stunden alleine in der Natur blendendes Wetter.

Solo-Morgen

Solo-Morgen

Nach der Rückkehr wurde es wieder regnerischer, was uns den gemeinsamen Abschluss in der Sauna um so mehr geniessen liess, und manche auch nicht davon abhielt, sich zwischen den Saunagängen im Bach abzukühlen. Die Teilnehmerinnen brachten sehr berührende Geschichten aus ihrer Solozeit mit zurück, die bis heute in mir nachklingen und ich bin dankbar, dass ich sie auf diesem Weg begleiten durfte! Auch die Vogelwelt grüßte unsere Frauengruppe freundlich: Beim Geschichtenerzählen saß mehrmals eine Bussardin auf dem Sauna-Hüttchen im Garten, bis sie von einer Falkin im Sturzflug verjagt wurde. Und bei der Abreise kreiste die Bussardin noch einmal ausführlich über dem Auto bis es losfuhr, und ebenso über der Wandersfrau, als sie sich auf den Weg zum Bahnhof machte!

Ein Tag vor FrühjahrsTag&NachtGleiche 2016

Vorhin bin ich zum ersten Mal in diesem Jahr fast meine ganze Runde durch den Wald barfuss gelaufen. Allein schon das Geräusch, wenn das vergilbte, FiveFingerstrockene Grass des Vorjahres meine Füsse beim Auftreten raschelnd begrüsst, lässt mein Herz höher schlagen. Und das Gefühl von weicher Erde, die sich unter meine Fussohlen schmiegt – was für ein Genuss! Auf dem geschotterten Waldweg waren mir die spitzigen Steinchen nach einigen hundert Metern doch zu stachelig und ich bin ich meine Zehenschuhe geschlüpft (siehe Foto).

HuflattichKommtRausUnterwegs habe ich fürs Mittagessen Huflattichblüten gesammelt HuflattichBlütenSchüssel– auch zum ersten Mal dieses Jahr. Letzte Woche hab ich die ersten entdeckt und ein paar am Wegesrand geknabbert. Jetzt sind es schon viel mehr!

Ich werde sie nachher mit Pilzen braten & zu Reis servieren. Über all dem lacht auch noch die Sonne – was für ein Frühlings-Fest-Tag!